Text und Foto: Reihaneh Khorand

Der Wind zieht an, das Segel spannt sich, und plötzlich wird es still im Boot. Alle schauen nach vorne. Für einen Moment zählt nur noch das Hier und Jetzt. Genau solche Augenblicke erleben wir im Segelcamp – gemeinsam mit Jugendlichen von der 1. bis zur 3. Oberstufe. Eine Woche lang sind wir unterwegs, lassen den Alltag hinter uns und tauchen in eine andere Welt ein. Schon nach kurzer Zeit wird klar: Auf dem Wasser zählt Teamarbeit. Wir sind als Crew unterwegs – jede und jeder hat eine Aufgabe und einen festen Platz an Bord. Wer das Segel hält, wer steuert, wer Verantwortung übernimmt – es funktioniert nur zusammen Aus anfänglicher Unsicherheit wächst Vertrauen, in sich selbst und in die Gruppe. Jugendliche, die sich sonst eher zurückhalten, übernehmen plötzlich Verantwortung und erleben, dass sie etwas bewirken können. Zwischen Wind und Wellen entstehen Gespräche, die im Alltag oft keinen Platz haben. Abends sitzen wir zusammen, lachen, erzählen aus unserem Leben und teilen auch das, was uns beschäftigt. In kurzen Inputs und Andachten greifen wir Themen auf, die nahe an ihrer Lebenswelt sind: Freundschaft, Zukunft, Zweifel oder die Frage nach dem eigenen Wert.
Warum wir das tun? Weil wir überzeugt sind, dass solche Erfahrungen prägen. Das Segel-CAMP schafft einen Raum, in dem Jugendliche gesehen werden, sich ausprobieren dürfen und Orientierung finden können – fern vom gewohnten Umfeld und nah an dem, was im Leben wirklich zählt.