Es ist für einen guten Zweck

RAPPERSWIL-JONA Der traditionelle Weltbazar der Evangelischen Kirchgemeinde Rapperswil-Jona lockte Scharen von Interessierten ins Evangelische Zentrum Jona.

Was wäre die Adventszeit in Jona ohne den traditionellen Bazar? Ein Buch ohne Deckel? Ein Bild ohne Aufhänger? Er gehört einfach dazu, der Bazar, der abwechselnd im Katholischen Kirchgemeindehaus Jona und im Evangelischen Zentrum Jona (EZJ) gefeiert wird. 2017 war die Reihe an der Evangelischen Kirchgemeinde, die ihren Weltbazar dieses Jahr zugunsten von Hilfsprojekten in Indonesien und Südafrika durchgeführt hat.
Wie jedes Jahr lockte er Hunderte von Interessierten ins EZJ mit seinem bunten Angebot an Marktständen und anderen Attraktionen: so etwa mit der gemütlichen Bücherstube voller Bücher – mit Deckel – aus allen möglichen Sparten, mit dem von attraktiven und weniger attraktiven Schnäppchen überquellenden Flohmarkt und mit dem wunderschönen Adventsgestecke-Stand. Ein Muss war natürlich einmal mehr der Weihnachtsguezli-Stand, der nicht nur bei Schleckmäulern, sondern vor allem auch bei gestressten Müttern und Vätern sehr beliebt ist, denn die Guezli sind, das müssen selbst sie zugeben, so gut wie die eigenen. Und für Klein – und Gross – gab es eine tolle Milkshake-Bar, die von vier Kindern initiiert, vorbereitet und betreut wurde, und im Freien die Gokart- und die Liliput-Bahn.
Kein Zweifel, der Bazar, bei dem gegen 150 Freiwillige involviert waren, ist ein lokales kirchliches Volksfest, wo man sich trifft, um zu plaudern, Weihnachtsgeschenke zu kaufen, zu essen und zu trinken und – am Sonntagmorgen – Gottesdienst zu feiern.
Na gut, mögen Sie, die Sie tapfer bis hierher gelesen haben, jetzt denken. Das kennen Sie ja alles schon längst, der Bazar ist doch jedes Jahr in etwa derselbe, Sie müssen den Artikel also nicht fertiglesen … O doch, denn wissen Sie, warum eine der Jugendlichen am Stand der Pfefferstern-Jugendarbeit freiwillig zwei Stunden ihre Produkte verkaufte? – Ihre Antwort: «Weil ich beim Vorbereiten mithalf und weil ich gern Leute berate.» – Oder warum sich die ältere Dame in der Bücherstube engagierte? – Ihre Antwort: «Weil mich Bücher faszinieren. Ich könnte nicht ohne Bücher leben.» – Oder warum eine mehr als ausgelastete werktätige Familienfrau Weihnachtsdeko bastelte? – Ihre Antwort: «Weil es einfach cool ist in der Bastelgruppe.» – Und warum David Adams, Pastor der Jubilee Community Church in Kapstadt, die seit acht Jahren partnerschaftlich mit der Evangelischen Kirchgemeinde Rapperswil-Jona verbunden ist, so gern am Bazar teilnimmt? – Seine Antwort: «Mir gefällt die vorweihnachtliche Atmosphäre, die übrigens so gar nicht zum kalten Winterwetter passt – bei uns ist es an Weihnachten heiss. Und es ist wichtig, dass wir uns vernetzen.» Sie seien sehr dankbar für das Geld, das am Bazar zugunsten von Projekten ihrer Kirche erwirtschaftet werde, fuhr er fort. Es werde zum Beispiel in den Betrieb eines Gesundheitszentrums fliessen, für Personalkosten und für Medikamente, die nämlich fast gratis abgegeben werden.
Er stimmt also, der meistgehörte Satz am Bazar: «Es ist für einen guten Zweck.»

Text und Fotos: Johanna Krapf

RAPPERSWIL-JONA Der traditionelle Weltbazar der Evangelischen Kirchgemeinde Rapperswil-Jona lockte Scharen von Interessierten ins Evangelische Zentrum Jona.

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