Auf Tuchfühlung mit Kirchenschaffenden

Der Eingangsbereich des Evangelischen Zentrums Rapperswil EZRA wurde für diese Woche in ein offenes Büro umgestaltet, wo Angestellte der Kirchgemeinde hinter der Fensterscheibe bei ihrer Arbeit zu sehen sind.
Die Idee hinter der Aktion «Offenes Büro – lueg ine» war es, den Leuten, die am Kirchgemeindehaus vorbeigehen oder -fahren und jeweils einen neugierigen Blick durch die grossen Fensterscheiben werfen, zu zeigen, was eigentlich alles so gearbeitet wird in diesem Haus und in der Kirchgemeinde allgemein: im Sekretariat, im Diakonat, in den Büros der Jugendarbeitenden und der Pfarrpersonen.
Was aber ist mit «Arbeit» gemeint? Nun, Arbeit beinhaltet gerade bei Kirchenschaffenden ganz verschiedenste Tätigkeiten, die sich längst nicht alle am Pult erledigen lassen. Deshalb soll im offenen Büro auch oder vor allem der persönliche Austausch mit Mitmenschen im Vordergrund stehen: zuhören, Fragen beantworten, einfach für sie da sein.
Es hält sich also eine Woche lang immer mindestens eine Person – eine Sekretärin, eine Pfarrperson, ein Diakon, eine Jugendarbeiterin oder auch ein Mitglied der Kirchenvorsteherschaft – in der Eingangshalle des EZRA auf. «Es geht uns darum, mit den Leuten, die beim Vorbeigehen durch die Fenster gucken, ins Gespräch zu kommen», erläuterte Pfarrerin Katharina Hiller. Und das habe schon am ersten Morgen zu mindestens zwanzig spannenden Begegnungen geführt. Jugendarbeiterin Claudia Rieben ergänzte: «Durch die Scheibe signalisieren wir den Neugierigen mithilfe von Kommunikationsschildern, was wir ihnen anbieten können, ein Gipfeli oder einen Kaffee zum Beispiel, und wenn sie stehen bleiben und nicken, gehen wir nach draussen, sprechen sie an und laden sie ein, sich drinnen umzuschauen und sich zu setzen».
So hätten sich Gespräche mit Neuzugezogenen ergeben, die sich erkundigten, was in der Kirchgemeinde alles so läuft, mit einer Pilgerin, die ganz gern einmal ihren Rucksack abstellte, etwas trank und ein wenig plauderte, und mit der Mutter eines Jugendlichen, die die Gelegenheit beim Schopf packte, die Verantwortlichen für das Jugendprogramm «Pfefferstern» kennen zu lernen und ihnen einige brennende Fragen zu stellen. Man darf sich aber auch einfach draussen auf das blaue Bänklein setzen und einen Kaffee trinken. Oder, wie die Kinder der benachbarten Heilpädagogischen Schule, endlich einmal ins Kirchgemeindehaus hineingehen, sich umsehen und ein wenig spielen. «Wir gehen oft hier vorbei», sagte die Lehrerin und Kantonsrätin Silvia Kündig (Grüne), «und dass es jetzt ein Ort zum Verweilen ist, für Kinder und Erwachsene, das finde ich einmalig.»
Kein Zweifel, die Aktion «Offenes Büro – lueg ine» ist ein voller Erfolg, und die Verantwortlichen überlegten sich schon nach dem ersten Tag, ob und in welcher Form sie in Zukunft weitergeführt werden könnte.

Bericht und Fotos: Johanna Krapf

Der Eingangsbereich des Evangelischen Zentrums Rapperswil EZRA wurde für diese Woche in ein offenes Büro umgestaltet, wo Angestellte der Kirchgemeinde hinter der Fensterscheibe bei ihrer Arbeit zu sehen sind.

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