Hoffnung auf dem Prüfstand

Seit Jahren unterstützt die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Rapperswil-Jona die Basler Mission21. Deren 200 Jahrfeier war Anlass für das Referat von Pfarrer Dieter Zellweger von seinem Einsatz in Tansania zu berichten.

Während seines ersten Einsatzes von 1973 bis 1980 hat Pfarrer Dieter Zellweger, heutiger Präsident der Herrnhuter Mission,  im ostafrikanischen Tansania das Land kennen und lieben gelernt.  Am Senioren-Anlass 60+, im Evangelischen Zentrum Rapperswil, berichtete er von seinen Erfahrungen, Beziehungen zur Partnerkirche und zum Land, bis hin zur Tätigkeit als Experte und  Partner der Mission 21.

Hoffnung auf dem Prüfstand

Das Motto der Basler Mission21 "200 Jahre unverschämt viel Hoffnung" war Anlass für sein Referat. Für Dieter Zellweger lautet das Motto eher: Hoffnung auf dem Prüfstand. Heute habe man genügend Grund zum Pessimismus und vieles lasse sich nicht mehr schön reden. Allerdings gelte weiterhin Gottes Zusage, dass Leben sogar mitten in der Sintflut Sinn macht. Zellweger wuchs in Basel auf. Die Herrnhuter Mission war für ihn das "Tor zur Welt". Diese Brüdergemeinschaft entstand 1732 unter Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Die Herrnhuter Mission, Basler Mission und Evangelische Mission im Kwango (EMK) sind seit 2001 als Trägervereine der Mission21 miteinander verbunden.

Mit den Herrnhuter auf Mission

Die Herrnhuter waren Idealisten. Sie wollten nicht eine neue Kirche gründen, sondern den Menschen das Wort Gottes bringen. Ihr Losungsbuch, das heute in vielen Sprachen erscheint, verbindet sie mit Christen auf der ganzen Welt. Die weltweite Bewegung nannte sich auch "Liebeskommunismus".  Die Herrnhuter lebten wie die Urchristen in Gemeinschaften. Zellweger reiste 1973 als 30-Jähriger unter der Herrschaft von Julius Nyerere mit seiner Frau nach Tansania. Dort lernte er die Sprache und kam schliesslich in Mbeya als Theologie-Lehrer zum Einsatz. Er lebte mit Frau und seinem neugeborenen Sohn in einem kleinen Haus mit Wellblechdach, umgeben von selbst gepflanzten Blumen und Sträuchern. Jede Schule war selbstversorgend. Sie hatten eine Hühnerzucht.  Zellweger berichtete: Regierungschef Nyerere wollte dazumal den afrikanischen Sozialismus einführen, die Einwohner in Dorfgemeinschaften zusammenführen und das Gesundheitswesen verbessern. Dafür brauchte und nutzte er die Missionsgesellschaften. Leider wurden die Leute unter Druck in Dorfgemeinschaften umgesiedelt. Was zu Spannungen führte.

Afrika heute: Hoffnung und Probleme – Ein Überlebenskampf

Afrika und auch Tansania kämpfen heute mit verschiedensten Problemen, so Zellweger. Der Klimawandel habe Folgen: Der Regen zur Regenzeit kommt zu spät oder zu stark und führt zu Überschwemmungen. Der sinkende Kaffeepreis mache den afrikanischen Bauern zu schaffen. Billigimporte gefährden die Baumwollproduktion und  die Baumwoll-Verarbeitungsindustrie im Land. Die Russen, Deutschen, USA und China ständen buchstäblich in einem Entwicklungswettkampf. Was die afrikanischen Regierungen zu nutzen wüssten. Ausserdem verschwänden viele Entwicklungsgelder spurlos. Das Fazit von Zellweger nach seinem erneuten 6-monatigen Einsatz 2013 als Experte und Partner der Mission21: "Einerseits wurde viel wertvolle Infrastruktur aufgebaut wie Spitäler, Schulen, Strassen; andererseits aber auch afrikanische Kultur und Strukturen zerstört." In Tansania gibt es laut Zellweger eine lebendige Kirche. Durch aggressive Zeugnisse und Missionierung komme es aber auch immer wieder zu Spannungen unter Moslem und Christen, was den Religionsfrieden im Land gefährde.

Unterstützung für das Hilfsprojekt «Waisenkinder in Tansania»

Die Jugendlichen aus dem Pfefferstern-Erlebnisprogramm der Kirche engagierten sich 2015 für das Projekt der Mission21 "Arbeit mit Waisenkindern in Mbeya/Tansania" mit rund 450  Waisenkindern und sammelten Geld durch verschiedene Aktionen. Kürzlich konnten total Fr. 11`414.40 überwiesen werden. Das Geld kam aus dem Gala-Benefizdinner, Spielfest und  durch den Verzicht auf Honorare zusammen und zeigt das grossartige Engagement der Jugendlichen. Bravo!

Seit Jahren unterstützt die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Rapperswil-Jona die Basler Mission21. Deren 200 Jahrfeier war Anlass für das Referat von Pfarrer Dieter Zellweger von seinem Einsatz in Tansania zu berichten.

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