Weihnachtsgedanken eines Esels

«Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanft, und auf einem Esel reitend.»
Matthäus 21,5

An Ostern war Lockdown. Ich stand im Stall, frass Heu und fragte mich, wie lange das noch dauern würde. Dieser Stillstand war beklemmend. Gott sei Dank war ich im Stall nicht alleine. Das Gute daran war: wir hatten endlich Zeit, uns auszusprechen. Da geht einem schon einiges auf. Wir hielten natürlich Abstand – klar. Dann kam endlich der Sommer. Es ging wieder raus. Ich wurde mit Säcken beladen. Joseph ist gut zu mir. Er weiss, was ich tragen kann. Doch nun kommt der Winter. Ich trotte auf der Landstrasse und trage Maria. Ganz fein meldet sich das Kind in ihrem Leib. Ich kann es fühlen. Ich weiss, was jetzt kommt, habe es schon über 2000 Mal durchlebt. Dieses Jahr wird es anders, sagen viele, es wird hart. Und doch werden wir alle wieder froh sein, denn das Kind kommt auch jetzt, in diesem Corona-Jahr. So viel ist sicher. Ich mag ein einfacher Esel sein, aber ich bin auf dem Weg und trage Mutter und Kind in dieser Adventszeit bis zur Krippe im Stall. Wir werden uns freuen und feiern. Das lassen wir uns nicht nehmen. Die Kirche steht offen für alle und in den Häusern werden sie die alten Lieder singen. Versprochen. ■

Text und Foto: Heinz Fäh

In Anbindung an diese Geschichte wurden vier Kurzfilme produziert, welche an den Advents-Sonntagen freigeschaltet werden.

Zu den Filmen:
1. Advent
2. Advent
3. Advent
4. Advent

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