Wie die 7 wenig Weisen wirklich weise wurden

Foto: Stefan Braun / Grosse Leistung: 42 Kinder + Jugendliche haben zusammen ein Musical einstudiert.

Das Weihnachtsmusical «Die 7 Weisen», aufgeführt von Kindern und Jugendlichen der Evangelischen Kirchgemeinde Rapperswil-Jona, bereicherte den Gottesdienst zum 4. Advent im Evangelischen Zentrum Jona.
Lässig», «eine beeindruckende Leistung », «einfach cool» – so und ähnlich tönte es, nachdem der rauschende Applaus im randvollen Kirchensaal verklungen war, mit dem das diesjährige Weihnachtsmusical «Die 7 Weisen » der Evangelischen Kirchgemeinde Rapperswil-Jona belohnt wurde.
Die 42 Kinder und Jugendlichen glühten vor Freude und Stolz über den grossen Erfolg ihrer Aufführung, auf die sie sich in den vergangenen eineinhalb Monaten intensiv vorbereitet hatten. In nur sieben Proben, inklusive der Hauptprobe, hatten sie elf Lieder eingeübt – musikalisch unterstützt durch Hélène Scheidegger und Roger Näf mit ihrem Team – und den zu Hause gelernten Text zu einem Musical zusammengefügt. Eine tolle Leistung!
Gewöhnliche Menschen mit Macken Der rote Faden der Handlung ist rasch zusammengefasst: Die Weisen aus dem Morgenland – es sind nicht drei, sondern sieben, und weise sind sie auch nicht, sondern ganz gewöhnliche Menschen mit Macken – haben einen speziellen Stern entdeckt. Ihm folgen sie nun, denn sie haben in jahrhundertealten Schriften gelesen, dass er sie zu einem neuen König führen werde. In Bethlehem finden sie schliesslich Josef und Maria mit ihrem neu geborenen Kindlein Jesus, dem König der Herzen. Es berührt auch ihre Herzen, sodass sie nun doch noch fast ein wenig weise werden und ihre Macken – Ungeduld etwa, Unzufriedenheit respektive Unentschlossenheit – zumindest für eine Weile abstreifen. Beglückt machen sie sich wieder auf den Heimweg.
Es mag sich bei dem Stück nicht um grosses Theater handeln. Doch das war auch gar nicht oberstes Ziel der beiden Regisseure Diakon Matthias Bertschi und Christos Papadopoulos. Die grösste Herausforderung lag nämlich einmal mehr darin, überhaupt ein Skript zu finden, das all den unterschiedlichen Ansprüchen genügen würde. Und das wird, wen wundert’s, von Jahr zu Jahr schwieriger. Deshalb verfassten sie, als sich kein Skript finden liess, kurzerhand selbst eines und fügten dazu passende Lieder ein. Rund 30 Rollen benötigten sie, und zwar solche für kleinere und grössere Kinder sowie für Jugendliche, solche mit wenig und solche mit mehr Text. Zudem sollte dieser lustig sein, um die jungen Schauspieler und Schauspielerinnen bei Laune zu halten. Und lustig war er denn auch: Im Publikum wurde viel gelacht, und auf der Bühne wurde mit grossem Spass geschauspielert, getanzt und gesungen.
Besonders beeindruckend die Auftritte der Hauptdarstellerinnen und -darsteller sowie der Solisten und Solistinnen! Das Musical wurde durch die drei ältesten Jugendlichen, die darin nicht mehr selbst auftreten mochten, eingeführt und kommentiert. Sie fungierten auch als Souffleure. Und sogar einige Eltern und Grosseltern waren involviert, indem sie das Hörspiel im Voraus auf CD aufnahmen, um den Kindern das Lernen zu erleichtern.
So handelte es sich einmal mehr um ein echtes Mehrgenerationenprojekt – und was passt besser zu Weihnachten, dem Fest des Füreinander-Daseins, dem Grosse Leistung: 42 Kinder und Jugendliche haben zusammen ein Musical einstudiert. Stefan Braun Fest der Liebe?
Text: Johanna Krapf

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