Berührungspunkte von Schweizer Kindern mit Strassenkindern in Thailand

JONA Im Mittelpunkt der diesjährigen, einmal mehr ausgebuchten Erlebnistage der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde stand der thailändische Strassenjunge Somphong. Erwin Gröbli, der Gründer der Stiftung, wo Somphong ein neues Zuhause fand, kam persönlich nach Jona, um davon zu erzählen.
Gibt es Berührungspunkte zwischen Schweizer Schulkindern und Strassenkindern in Thailand? – Wohl kaum, würde man meinen, aber dem ist nicht so. In Jona, anlässlich der Erlebnistage 2018 der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde, befassten sich 91 Kinder von der 1. bis zur 7. Klasse intensiv mit dem Leben von thailändischen Strassenkindern. Höhepunkte der Woche waren die Besuche von Erwin Gröbli, Schweizer Gründer der Stiftung «Haus des heimatlosen Vogels» (Baan Nok Kamin auf Thailändisch) für Strassenkinder und Kinder aus zerrütteten Familien, und Ermanno Vattolo, der zwei Jahre in der Institution mitarbeitete.
«Es ist eine Fügung, dass die beiden persönlich nach Jona kommen konnten», so Diakon Matthias Bertschi, in dessen Händen alle Fäden der Erlebnistage zusammenliefen. Schon vor Längerem habe er sich entschieden, die CD mit der Geschichte des thailändischen Jungen Somphong, des ersten heimatlosen Vögelchens der Stiftung, als Grundlage für die diesjährige Woche zu nehmen, und erst danach habe er sich mit dem ihm von früher her bekannten Vattolo, Missionar der Überseeischen Missions-Gemeinschaft ÜMG, in Verbindung gesetzt. Da habe er zu seinem Erstaunen erfahren, dass dieser selbst im Heim in Thailand mitgewirkt hatte. Vattolo wiederum vermittelte den Kontakt zu Gröbli.
1987 gründete Gröbli, ebenfalls ÜMG-Missionar, Baan Nok Kamin. Heute lebt er in der Schweiz, besucht aber die inzwischen staatliche Institution mehrmals pro Jahr und ist weiterhin als Berater involviert. Am Donnerstag schilderte er in Jona, wie er für 14’000 Franken ein erstes Haus kaufte, wie die Nachbarn anfänglich beim Einzug der Strassenkinder misstrauisch waren, wie sie ihre Angst ablegten, als sie die Kinder plötzlich in Schuluniformen sahen, und vieles mehr.
Jeder Tag der Erlebniswoche begann mit Singen und mit Somphongs Geschichte, die Bertschi den Kindern Stück für Stück erzählte: warum der Neunjährige daheim weglief und wie er nach Bangkok gelangte; dass er sich drei Jahre lang auf der Strasse durchschlug, bevor er Gröbli begegnete; seine Versöhnung mit der Mutter und sein viel zu früher Tod, nachdem er eine Familie gegründet hatte.
Somphongs Geschichte lieferte auch Anknüpfungspunkte für die verschiedenen Aktivitäten der Kinder und des 23-köpfigen Leiterteams. Es wurde gebastelt – das aus dem asiatischen Raum stammende Spiel «Shut-the-Box» – und gespielt. Die Kinder ergründeten Thailand mit ihren fünf Sinnen und machten alle zusammen einen Ausflug, so wie sich ja auch Somphong auf eine Reise zu seiner Mutter begeben hatte. Und natürlich durfte das traditionelle, auf «Die Siedler von Catan» beruhende Geländespiel nicht fehlen, das eine Brücke zum Aufbau der Stiftung Baan Nok Kamin schlug.
Bertschi war des Lobes voll für das Küchen- und das Leiterteam und für die Kinder. Alle waren mit Begeisterung bei der Sache gewesen. Einzig beim Trinken musste Zwang ausgeübt werden: ein Becher pro Stunde – wegen des tropischen Wetters.

Text und Fotos: Johanna Krapf

JONA Im Mittelpunkt der diesjährigen, einmal mehr ausgebuchten Erlebnistage der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde stand der thailändische Strassenjunge Somphong. Erwin Gröbli, der Gründer der Stiftung, wo Somphong ein neues Zuhause fand, kam persönlich nach Jona, um davon zu erzählen.

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