Erlebnistage – mit viel Spiel, Spass und Geschichten

85 Kinder und 20 Leiter verbringen die letzte Ferienwoche im Evangelischen Zentrum Jona als Erlebnistage mit viel kreativen Aktivitäten, Spiel, Spass und gehaltvollen Geschichten.

Leiterin Hélène ist schon zum zweiten Mal voll Begeisterung mit dabei. Ihr gefällt der spannende Mix aus wertvollen Geschichten, Bewegung, Basteln und Gemeinschaft. Auch ihre Tochter Melina geniesst dieses einzigartige Gemeinschaftserlebnis. Und dabei lernt man noch viel! Die Oberstufenschüler werden als Hilfsleiter eingeführt und haben die Möglichkeit sich Führungskompetenzen spielerisch im Umgang mit den Kindern anzueignen und zu üben. Die Teilnehmenden erfahren, wie man früher Kleider gewoben und eingefärbt hat. Sie üben sich im Weben und Knüpfen und erleben, wie es Menschen in andern Ländern geht, die an Lepra erkrankt sind.  Dazwischen gibt es immer wieder Gemeinschaftspiele und Teamsport.

Eine Geschichte begleitet durch die Woche

Klassenweise eingeteilt, von der 1. Primar bis zur 1. Oberstufe, versammeln sie die sieben Gruppen in ihren hellblauen, orangen, türkis- und dunkelblauen, roten und  limette-grünen, dunkelgrauen und  gelben T-Shirts mit dem Schriftzug "verdächtig?!", täglich im Zelt zum Geschichten hören und gemeinsamen Singen. Gleich am ersten Morgen übte man sich gruppeweise im Weben als Vertiefung zur Geschichte und Vorbereitung für die am Donnerstag angesagte Besichtigung der Weberei in Neuhaus. "Am Morgen nach dem Input wird meist gebastelt und kreativ gearbeitet. Am Nachmittag finden Spiele und Wettkämpfe statt", erläutert Hauptleiter Diakon Matthias Bertschi.  "Dieses Jahr setzen sich die Teilnehmenden mit dem schwierigen Thema "Lepra" altersgerecht auseinander z.B. mittels einem Spiel, in dem ihnen die Arme und Füsse eingebunden werden, erfahren sie spielerisch, was es heisst mit Behinderungen leben zu müssen. " Und tatsächlich die Kinder und Jugendlichen machen voll mit und haben ihren Spass dabei.

Die ganzen Erlebnistage drehen sich um eine Geschichte. In den darauf folgenden Aktivitäten und Inputs wird das Geschehen aufgegriffen und vertieft. Dieses Jahr geht es um die biblische Erzählung von der Wunderheilung eines Aussätzigen aus dem Markusevangelium, verknüpft mit einer Geschichte um einen ungeklärten Mordfall. Es wird von dem alten Weber Joel berichtet, der verschwunden ist und deshalb unter Mordverdacht steht. Tatsächlich ist er an Lepra erkrankt und befindet sich in Galiläa. Er wird von seinem Sohn Remi gefunden und gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Jesus, von dem sie gehört haben, dass er Kranke heilt. Ende gut alles gut. Vater Joel wird geheilt und  nach vielen Komplikationen, Verfolgung und sogar einer Morddrohung kann sein Sohn Remi den Fall zugunsten seines Vaters Joel aufklären.

Ein Missionar auf Besuch

Kurt Freudiger, Leiter der Lepra-Mission Schweiz, berichtet viel über die Krankheit Lepra, die immer noch in 115 Ländern auftritt, sogar 1927 zu letzten Mal in der Schweiz und unbehandelt zu Lähmungen und furchtbaren Verkrüppelungen an Händen und Füssen und zur Erblindung führt. Das  Lepra-Bakterium zerstört die Nerven. Die Krankheit ist jedoch kaum ansteckend und heutzutage heilbar. Viele der Folgeerscheinungen können operativ und mittels Physiotherapie behandelt werden. Trotzdem werden die Kranken oft aus der Gemeinschaft verstossen und müssen bettelnd ihr Leben fristen. Freudiger erzählt die Geschichte der 14-jährigen Nutan. Dank Spenden kann die Lepra Mission in Indien und Nepal ganzheitliche und nachhaltige Unterstützung leisten: Von der Finanzierung der medizinischen Behandlung, Schulung und Berufsausbildung bis hin zu Beiträgen zum Lebensunterhalt. So auch im Falle von Nutan. Kurt Freudiger lebte mit seiner Familie sieben Jahre in Kalkutta mitten im Slum um den Ärmsten der Armen zu helfen. Er sieht dies als christliche Pflicht und Jesus als sein Vorbild und appelliert: " Uns geht es so gut. Wir müssen mit andern teilen lernen". Trotz der einen oder andern Träne nach diesem Vortrag ist die Stimmung sehr gut. Fleissig wird genäht und geknüpft und schon bald sind die Freundschaftsbänder und Websäckchen fertig.

85 Kinder und 20 Leiter verbringen die letzte Ferienwoche im Evangelischen Zentrum Jona als Erlebnistage mit viel kreativen Aktivitäten, Spiel, Spass und gehaltvollen Geschichten.

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